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Stadtspaziergang mit Wilhelm Raabe

Für Besucher der Stadt Eschershausen gibt es jetzt eine Möglichkeit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt selbst zu erkunden. Unter dem Titel „Stadtspaziergang mit Wilhelm Raabe“ hat der Heimat- und Kulturverein eine 2,5 Kilometer lange Route ausgearbeitet. Die Strecke, die am Museum Raabehaus beginnt und 16 Stationen umfasst, darunter auch die Geburtshäuser der beiden anderen Eschershäuser Dichter Otto Elster und Ludwig Kubel, ist zwischenzeitlich gekennzeichnet. Führen die Landeshauptstadt Hannover ihre Besucher an einem Faden und die Stadt Hameln mit aufgemalten Ratten zu ihren Sehenswürdigkeiten, so weisen den Eschershäuser Gästen nun viele, wegen der besseren Erkennbarkeit weiße Raben den Weg.

Gegen diese Symbol hätte Wilhelm Raabe sicher keine Einwände gehabt, da er als junger Dichter seine Werke unter dem Pseudonym Jacob Corvinus verfasste (Corvinus > Lateinisch „Junger / Kleiner Rabe").

 

 


Station 1

Museum Raabe-Haus

Am 8. September 1831 wurde Wilhelm Raabe als Sohn eines Gerichtsaktuars in diesem Haus in der Holzmindener Straße geboren, die 1906 in „Raabestraße“ umbenannt wurde.

 

Raabes Geburtshaus war 1828 von dem Zimmermeister Friedrich Wunderlich als zweistöckiges Fachwerkhaus mit einem rückwärtigen Wirtschaftstrakt errichtet worden. Wunderlich verkaufte das Haus 1850 an den Schneidermeister Ferdinand Hartmann. Von ihm erwarb es 1852 der Gerichtsregistrator August Rustenbach, der von 1854 bis 1879 Bürgermeister in Eschershausen war. 1911 wurde an Wilhelm-Raabes-Geburtshaus vom Verschönerungsverein eine kupferne Gedenktafel angebracht, die jedoch während des Ersten Weltkrieges als Metallspende wieder abgegeben werden musste. Anfang der Zwanziger Jahre ließ der Raabeverein dann eine neue Gedenktafel aus Dolomit am Raabehaus anbringen.

 

1912 war das Haus in dem Besitz der Familie Luce gelangt. Die Stadt Eschershausen konnte 1972 das Gebäude, in dem bereits seit 1957 ein Raabe-Gedenkzimmer eingerichtet war, erwerben.

 

Mit Unterstützung der Raabegesellschaft sowie vieler Kulturgeschichtsfreunde gelangen der Erwerb und die Erhaltung des Raabehauses für die Stadt Eschershausen. Zu Wilhelm Raabes 150. Geburtstag konnte im Jahr 1981 mit der Förderung durch das Land Niedersachsen die Grundsanierung des gesamten Gebäudekomplexes unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erfolgen.

Am 6. September 1981 wurde das restaurierte Gebäude als „Raabe-Gedenkstätte“ der Öffentlichkeit übergeben.

 

Aufgrund einer Nachlass-Stiftung Kurt Schmalhoffs aus Eschershausen zugunsten der Neugestaltung des Raabe-Hauses beschlossen Rat und Verwaltung der Stadt 1998, das Haus zu renovieren  und das Museum völlig neu zu gestalten. Die Neukonzeption des Museums Raabe-Haus entstand in Verbindung mit dem Braunschweigischen Landesmuseum und der Raabe-Gesellschaft.

    


Station 2

Wilhelm-Raabe-Schulzentrum mit Raabe-Denkmal

Die Stadt Eschershausen ließ 1931 ein neues Schulgebäude errichten, da das alte, das heutige Rathaus, nicht mehr zeitgemäß war und den steigenden Schülerzahlen nicht mehr gerecht werden konnte.

 

Anlässlich Raabes 100. Geburtstag wurde der Neubau der Wilhelm-Raabe-Schule am 9. September 1931 eingeweiht. Im Zusammenhang mit diesem Schulbau wurde in Eschershausen auch eine Mittelschule gegründet. Die neuartige Schulanlage, die von dem Architekten Kerle aus Braunschweig geplant worden war, galt als beispielhaft für moderne Schulbauten der damaligen Zeit.

 

Am 20. September 1931 wurde das von dem Bildhauer Sagebiel aus Braunschweig gefertigte Bronzestandbild des Dichters vor dem Schulneubau feierlich eingeweiht.

 

Heute ist in der 1931 errichteten Anlage des Wilhelm-Raabe-Schulzentrums die Grundschule der Samtgemeinde Eschershausen untergebracht. In den nach 1960 und nach 1990 durchgeführten Erweiterungsbauten des Schulzentrums befindet sich die Haupt- und Realschule.

 

    

Station 3

Jahnstraße - Alte Mühle

In einem Verzeichnis der Mahlmühlen im Stadtbezirk Eschershausen aus dem Jahr 1841 sind neben der Amtsmühle in Wickensen drei Mühlen aufgeführt: eine Waldmühle, eine Windmühle vor Eschershausen und die „Seulkesche Mühle“ zu Eschershausen. Die Lage der genannten Waldmühle lässt sich nicht mehr lokalisieren, die Windmühle lag vermutlich in dem heutigen Bereich Mühlenbergstraße/Bruchweg.

 

Obwohl das Wasser der Lenne für die Entstehung Eschershausens eine entscheidende Voraussetzung war, lag die einzige in Eschershausen bestehende Wassermühle oberhalb des alten Ortskerns am Salzbach. Das Wasser wurde im Mühlenteich gestaut, der am nördlichen Rand des heutigen Freibadgeländes lag.

 

Als Eigentümer (E) oder Pächter (P) der „Alten Mühle“ sind nachgewiesen:

 

bis 1755

Schilling, Daniel (E)

1755 - 1760

Sölter, Joh. Daniel (E)

1824

Seulke (E)

Bürgermeister

1834

Linnemann, Carl (P)

1841 - 1846

Lange, Heinrich (P)

1846 - 1853

Pape, Carl (E)

1854

Wesemann, Carl (E)

1857 - 1864

Näbig, Heinrich (E)

1864

Host., Heinrich

1969 - 1879

Pape, Friedrich (E)

 

 

1879 legt der Müller Friedrich Pape die Mühle still, die infolge der Konkurrenz der drei benachbarten Mühlen (Wickensen, Holzen und Scharfoldendorf) und infolge der Gründung einer Mehlhandlung in Eschershausen seit langem unrentabel war. Pape wurde in demselben Jahr Pächter der Amtsmühle in Wickensen.

 

Die Gebäude und die „dabei belegenen Grundstücke“ werden an die Stadt verkauft. Mit dem Kauf des Grundstücks Nr.ass. 95 erwarb die Stadt auch das Wassernutzungsrecht. Die starke Quelle des Salzbachs lieferte nun das Wasser für die 1878/1879 angelegte Wasserleitung in Eschershausen. Das Mühlengebäude wurde durch die Stadtverwaltung zum Wohnhaus mit mehreren Wohnungen umgebaut. Heute befindet sich das Gebäude im Privatbesitz.

 

1928 wird bei der „Alten Mühle“ die städtische Badeanstalt als modernes Schwimmbad angelegt.

 

    

Station 4

Kirche St. Martin

1746 wurde die neue Kirche, die St. Martins-Kirche, eingeweiht. Die Südseite der alten Kirche war 1736 während eines Gottesdienstes eingestürzt.

 

Bis 1765 lag um die Kirche herum der Friedhof. (Um 1871 Anlage des neuen Friedhofes an der Scharfoldendorfer Straße)

 

In der Kirche befinden sich neben dem Altar an der Ostseite zwei Epitaphien der Familie Freyenhagen. Das ältere Epitaph ist Heinrich Julius Freyenhagen und seiner Gattin Auguste Ottilie zu Lippe-Brake gewidmet, das jüngere August Philipp Freyenhagen und seiner Ehefrau Charlotte Louise (von) Bonhorst. Oberamtmänner aus der Familie Freyenhagen verwalteten fast 100 Jahre lang das Amt Wickensen:

 

1707 – 1744  Heinrich Julius Freyenhagen

1744 – 1762  August Philipp Freyenhagen

1762 – 1770  Die Witwe Charlotte Freyenhagen hatte die Domäne in Pacht, die      

                      Amtsgeschäfte leitete ein Justitiarius

1770 – 1805  August Wilhelm Freyenhagen

                      (ab 8.3.1782 Drost von Rosenstern, geadelt von Kaiser Josef II.)

 

Der letzte Nachkomme der Familie Freyenhagen von Rosenstern, der noch in Eschershausen lebte, war Carl Friedrich Konrad von Rosenstern, Bürgermeister von 1828 bis 1853.

 

Der Rokoko-Obelisk am Rand des neu gestalteten Kirchenumfelds stand ursprünglich auf dem Friedhof neben der Kirche. Der aus Hilssandstein gefertigte Obelisk ist der Grabstein der Charlotte Louise Freyenhagen, die

1770 starb. Anlässlich der Freyenhagenschen Familientage im Jahr 1960 wurde die Tafel eingelassen „In Memoriam Friedrich Freyenhagen von Rosenstern, Pastor (*1865 + 1957) aus dem Hause Wickensen“. Er war der Initiator der Freyenhagenschen Familientage.

 

Wilhelm Raabe wurde in dieser Kirche am 26.09.1831 getauft.

 

 

    

Station 5

Das älteste Haus (Driebe 1)

Das Haus Driebe 1 ist das älteste Wohnhaus in der Stadt Eschershausen und wurde 1580 erbaut. Es erhielt um 1750 die Brandversicherungsnummer (Nr.ass.) 48. Im Hauseigentümer-Verzeichnis der Stadt ist es als „Brauerstätte“ eingestuft, d.h. der Eigentümer durfte Bier brauen.

 

Verzeichnete Eigentümer

 

1580

Brinckmann, Hans

 

1690 -1698

Ludewig, Jobst

Schuster

1742

Ludewig, Christian

 

1748,1760,1767

Voss, Karl

 

1776

Kleinhans, Karl

 

1797

Klinkerfuß, Carl

 

1814, 1824

Klinkerfuß, Wilhelm

 

1843

Klinkerfuß, C.

Maurermeister

1861

Klinkerfuß, Wilhelm

 

1873, 1875

Schomburg, August

Drechslermeister

1912

Stapel, August

Kutscher

1931

Stapel, M.

 

 

 

 

 

    

Station 6

Schriftsteller Ludwig Kubel

Ludwig Kubel wurde am 7.11.1859 in dem Haus Marktplatz Nr. 5 geboren. Der Vater August Kubel war Apotheker und führte die Apotheke am Marktplatz von 1835 bis 1863. Ludwig Kubel erlebte den Umzug der Apotheke in die heutige Raabestraße mit. Hier blieb der Vater bis 1876 als Apotheker.

 

Den Besuch des Gymnasiums in Holzminden musste Ludwig Kubel abbrechen, als sein Vater plötzlich starb. Sein älterer Bruder nahm ihn zu sich nach Dresden und ließ ihm eine Ausbildung am dortigen Seminar zukommen. Ludwig Kubel war später Hilfslehrer in Meißen, danach Oberlehrer in Lugau bei Chemnitz. Dort blieb er 41 Jahre. Nach seiner Pensionierung zog er nach Potsdam, wo er am 4.8.1940 starb.

 

Ludwig Kubel ist in Eschershausen als Schriftsteller bekannt geworden durch seinen 1905 veröffentlichten Roman „Die Apotheke von Angerbeck“. Angerbeck wird als Pseudonym für Eschershausen benutzt. Der Roman spielt um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Eschershausen und beschreibt viel Alltägliches aus Ludwig Kubels Kindheit in dem Ort zwischen Dorf und Stadt in der „guten alten Zeit“.

 

Zwei andere bekannte Romane sind „Die Glocke von Falkenried“ (Untertitel „Geschichte eines märkischen Schulhauses“) und „Winzenburg“. Dieser zweibändige historische Roman, der zur Zeit der Hildesheimer Stiftsfehde spielt,  gilt als Kubels Hauptwerk. Es geht auf umfangreiche historische Forschungen zurück und wurde daher zu Kubels Zeit als besonders wertvoll bezeichnet.

 

    

Station 7

Raabebrunnen

Den Mittelpunkt des neu gestalteten und am 8. September 1996 eingeweihten Marktplatzes bildet der Raabebrunnen mit einer vierseitigen Stele.

 

Neben einer Übersicht der wichtigsten biographischen Angaben sind an zwei Seiten Zitate aus Raabes Werken „Die Kinder von Finkenrode“ und „Die Chronik der Sperlingsgasse“ angebracht. An der vierten Seite der Stele befindet sich ein Zitat, das die Beziehung des Dichters zu den Orten seiner Kindheit wiedergibt: „Es ist eine Gegend, in die man schon mit erklecklichem Behagen geboren worden sein kann. Eine recht schöne Gegend, in der wirklichen Bedeutung des Wortes.“ (aus "Horacker")


Station 8

Brunnengasse, Wehnbrunnen

Die Brunnengasse gehört zu den ältesten Straßen Eschershausens und erhielt ihre Bezeichnung nach dem Wehnborn, der sich auf der Straße befand.

 

Zur Deckung des täglichen Trinkwasserbedarfs der Bevölkerung gab es öffentliche und private Brunnen, die zuletzt meist mit Pumpen (Zucken) versehen waren. die letzten öffentlichen Brunnenpumpen in Eschershausen befanden sich in der Raabestraße vor dem Raabehaus, in der Ithstraße vor dem Tackeschen Haus, in der Driebe vor dem Haus Nr. 1 und in der Stadtbergstraße gegenüber der Kirche.

 

Nach dem Bau der ersten Wasserleitung im Jahr 1879 verschwanden die alten Brunnen aus dem Stadtbild, nur der Wehnborn blieb noch bis in die sechziger Jahre des Letzten Jahrhunderts erhalten. Um 1950 erwähnt der Chronist Einecke die noch vorhandene starke Quelle in der Brunnengasse.

 

1993 ließ die Volksbank Eschershausen einen Brunnen nachbilden und an der Rückseite des Bankgebäudes errichten. Zuvor hatte die Volksbank eine Sandsteintafel an dem Gebäude anbringen lassen, deren Text auf den Ursprung Eschershausens hinweist:

 

Dieser Born spendete schon den ersten Siedlern 891 in Astiereshusen klares Quellwasser. Mit dem Bau der Wasserleitung 1879 verlor er seine Bedeutung. Seit 1967 fließt sein Wasser unterirdisch der Lenne zu.

    

Station 9

Worthbrücke

Im Jahr 1742 wurde auf Anordnung des Herzogs Carl I. in Eschershausen eine Brücke über die Lenne gebaut, damit der Fürstliche Postverkehr bei Hochwasser die Lenne überqueren konnte. Die Kosten für den Bau der Bogenbrücke wurden von der Herzoglichen Kammer bezahlt. Zu beiden Seiten der Brücke waren zur Sperrung Schlagbäume angebracht, die nur bei Hochwasser geöffnet werden durften. Bei niedrigem Wasserstand war das Bett der Lenne, das damals noch unter der heutigen Bahnhofstraße lag, für Fuhrwerke und Viehherden zu benutzen. Fußgänger durften über die neue Brücke in die Worthstraße gehen.

 

Erst 1831 wurde der Neubau einer Straße durch Eschershausen genehmigt und vor der Volksbank eine Holzbrücke über die Lenne gebaut. 1887 wurde das Lennebett verlegt und die jetzige Brücke errichtet. Wo früher die Lenne floss, stehen jetzt die Häuser Bahnhofstraße Nr. 1 bis 9.

    

Station 10

Stadtpark

Angelegt Mitte der 60iger Jahre auf dem Gelände des ehemaligen AWO-Kindergartens, nachdem der Kindergarten auf der anderen Lenneseite neu errichtet worden war.

    

Station 11

Brücke am Stadtpark

"Wie kahl und jämmerlich würde manches Stück Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse."

(aus "Horacker", 1878)


Station 12

Brücke an der Fischtreppe

"Es waren drei Fräulein und sie leben heute noch und heißen die Leine, die Ihme und die Innerste. Sie sind im Laufe der Zeit reguliert worden; aber hübscher sind sie nicht dadurch geworden."

(aus "Die Innerste", 1876)


Station 13

Friedhofskapelle

Alter Friedhof von Eschershausen mit denkmalgeschützter Wagenremise und Naturdenkmal (Zypressen).

 


Station 14

Raabe-Apotheke

Noch im Jahr 1760 waren weder ein Arzt noch ein Apotheker in Eschershausen ansässig. Die erste Apotheke befand sich in dem Gebäude neben der heutigen "Raabe-Apotheke" in der Raabestraße. Das Haus wurde um 1766 erbaut und erhielt die Brandversicherungsnummer 111.

 

Als erster Apotheker wird Christian Braun genannt.

1766 - 1790

Braun, Christian

Apotheker

1790 - 1811

Braun, Witwe

 

1811 - 1862

Dr. Eicke

Arzt

1863 - 1876

Kubel, August

Apotheker

1876 - 1908

Cruse, Constantin

Apotheker

1909 - 1933

Cruse, Erich

Apotheker

1933 - 1957

Kreyher,

Apotheker

1957 -

Dr. Roschewitz

Apotheker

2000

Roschewitz, Arno

Apotheker

    

Station 15

Schriftsteller Otto Elster

Otto Elster wurde 1852 in Eschershausen geboren und starb 1922 in Braunschweig. (Pseudonyme: Otto von Bruneck und Ludwig Hasse) Otto Elster war Offizier, Redakteur, Schriftsteller, Archivar, Militärhistoriker, Politiker und ein Verehrer Wilhelm Raabes.

 

Während seines Aufenthalts in Braunschweig als Offizier und anschließend als Redakteur beim Braunschweiger Tageblatt suchte Elster immer wieder die Begegnung mit dem von ihm verehrten Dichter Wilhelm Raabe.

 

Zusammen mit seinem Sohn Hanns Martin Elster gab er die „Wilhelm-Raabe-Kalender“ 1912, 1913 und 1914 heraus, deren Weiterführung der Erste Weltkrieg zunichte machte.

 

Otto Elster wurde am 11. November 1852 in der heutigen Raabestraße Nr. 8 geboren. Sein Vater war der Physikus Dr. med. Robert Elster, verheiratet mit der Tochter des Amtsrats Lüntzel, der von 1832 bis 1869 Domänenpächter in Wickensen war. Der Kinderzeit in Eschershausen und Wickensen folgte für Otto Elster der Besuch des Gymnasiums in Holzminden und die Primanerzeit in Wolfenbüttel. Otto Elster schlug nach dem Schulabschluss die Offizierslaufbahn ein und trat in das Herzoglich Braunschweigische-Infanterie-Regiment ein.

 

Nach dem Ausscheiden aus der Offizierslaufbahn nutzte Elster seine schriftstellerische Begabung. Er trat in die Redaktion des Braunschweigischen Tageblattes ein, war danach für verschiedene Tageszeitungen tätig und wählte 1889 Berlin als Wohnsitz.

 

Schriftstellerisch war Otto Elster in allen Bereichen der Literatur tätig. Neben Jugendschriften verfasste er zahllose Gesellschafts- und leichte Liebesromane, darunter „Giganten und Zwerge“ (Holzminden), „Der Klosterschüler von Corvey“ oder „Die Husaren des Herrn von Riedesel“ (Wickensen). Ebenfalls von Otto Elster stammt die Novelle „Die Lippoldshöhle“.

 

    

Station 16

Rathaus

Im Jahr 1864 wurde der Neubau in der heutigen Raabestraße als Bürgerschule eingeweiht.

 

Seit 1709 waren Kinder in dem Kantoratsgebäude neben der Kirche unterrichtet worden, seit 1815 auch noch in einem Raum der Diakonatpfarre am Marktplatz. Mit der Zunahme der Schülerzahl wurde 1840 das neben dem Kantorhaus gelegene Haus An der Kirche 12 angekauft und zu Schulzwecken genutzt. Bei der steigenden Schülerzahl wurden die Schulräume, die noch dazu in drei verschiedenen Gebäuden lagen, unzulänglich. Die Stadt kaufte den Steinerschen Garten in der heutigen Raabestraße und errichtete zwischen 1862 und 1864 ein neues zeitgemäßes Schulgebäude, das bis 1931 seine Zwecke erfüllte.

 

Nach dem Schulneubau der Wilhelm-Raabe-Schule war in dem ehemaligen Schulgebäude bis 1945 der weibliche Arbeitsdienst untergebracht. Die Stadtverwaltung befand sich von 1912 bis 1946 in dem Nachbargebäude Raabestraße 12.

 

Seit 1. Oktober 1946 ist das Gebäude das Rathaus der Stadt Eschershausen, seit 1971 auch die Verwaltung der Samtgemeinde.

 

Aphorismus von Wilhelm Raabe:

"Die Massen in Bewegung zu setzen, braucht´s nur der Phrase eines Dummkopfs. Wie lange gebraucht der kluge Mann, um nur einen einzigen zu seiner Meinung zu bekehren."

 

 

 
    

Weitere Informationen:

    
Museum Raabe-Haus
Raabestr. 5
37632 Eschershausen
Tel. 0 55 34 - 39 69
Fax 0 55 34 - 99 97 68
raabemuseum@t-online.de
www.eschershausen.de
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